Mea unesim dirndl-robo
Esis ye la fino dil septembro. Me voyajis per treno de Berlin a München por vizitar mea kuzino Lara. Ni ne havis skolo ye la venerdio e pro to me ja povis prenar treno ye la jovdio la treno. Me nomesas Emma e me evas 12 yari. Me volis vizitar mea kuzino Lara por vizitar la Oktobro-festo. Lara ja evas 14 yari e habitas en Pasing en la westo di München. Anke mea genitori habitis por mult yari en München, ma ni translojis a Berlin. Me esis tre kurioza pro me darfis por la unesma foyo voyajar sole a München e por la unesmafoye vizitar la famoza Oktobro-festo.
Lara queris me de la centrala fervoyo-staciono di München. Kande ni esos en la domo di mea geonkli Lara havis granda surprizo.
El ridetis e dicis a me: "Me havas donacajo por tu Emma. To esas por tu!"
Me regardis a mea kuzino Lara. Lore me videskis la blua robo en elua manui. El portis blua dirndl-robo en sua manui. Dirndlo esas Bavariana folkloratra robo.
Me ne povis kredar to. "Ka to vere esas por me?", me questionis astonate.
"Yes, mea genitori e me kompris ol por to. Ni questionis mem tua matro pri tua vestaro-grandeso."
Me prenis ol tre prudente e regardis la blua robo. La supra parto esis blu ornamentizita kun mikra blanka desegnuri. La dirndlo anke havis blanka bluzo ed avantalo.
Me esis tote kunfuzigita. "Ma me venas de Berlin", me dicis.
"Ho, yes. Me savas to", Lara respondis ed explikis: "Morge ni iros kun Felix e Jonas a la Oktobro-festo. Ed omna puerino mustas werar dirndl-robo ibe. Mem la Japoniana turistini portas dirndl-robi"
"Me nultempe esis sur la Oktobro-festo", me konstatis.
"To chanjos morge, mea kara Prusiana kuzineto", Lara replikis ridetante.
Ni amba mustis ridar e me embracas Lara forte. "Danko, Lara. Me esperas ke ol fitas me."
"Probez, Emma!", Lara quaze imperis.
Me iris al balno-chambro por probar la robo. Pro ke la robo havas diversa parti to ne esis facila: La korsajo, la jupo, la avantalo e la bluzo. Pro to me bezonas kelka tempo, ma semblis a me ke la robo fitis me bone. Mea matreto vere savis quala vestaro-grandeso me havas.
Finale me livis la balno-chambro. Lara regardis a me fixe e komence dicis nulo.
"Quo tu pensas?" me questionis.
Lara inklinis la kapo.
"Quo? Pro quo tu regardis a me tale, Lara?", me questions nepaciente.
"Emma, tu vere aspektas tre dolca", Lara konstatis.
"Ka vere?", me repondis surprizita. Me regardis me ipsa en la spegulo. Ka to esas vere me? Me aspektis quale vera eleganta Bavarianino. E semblis a me ke subite me anke aspektis plu olda. Preske quale yuna muliero quon exakte savis, quon el facis.
"E quo tu pensas ipsa?", Lara questionis kurioze.
Me turnis me unfoye en cirklo.
"Belege!", me kriis joyoze.
"Exakte!", Lara konsentis ed anke joyis.
Am nächsten Nachmittag gingen wir auf die Wiesn.
Schon vor dem Eingang waren überall Menschen in Dirndln und Lederhosen. Ich fühlte mich plötzlich ziemlich auffällig.
„Lara?“
„Hm?“
„Gucken die alle so?“
„Nein.“
„Gut.“
„Die meisten tragen selbst Tracht.“
Das beruhigte mich nicht wirklich.
Wir trafen dort noch zwei Freunde von Lara. Einer hieß Jonas.
„Das ist meine Cousine Emma aus Berlin“, stellte Lara mich vor. „Emma, das sind Jonas und Felix.“
„Hi“, sagte ich.
„Hi“, sagte Jonas und lächelte.
Er sah eigentlich ganz nett aus. Und er war ungefähr in unserem Alter.
Wir gingen ein Stück zusammen, bis Lara plötzlich auf meine Schürze zeigte.
„Moment mal. Deine Schleife!“
Ich sah nach unten.
„Was ist damit?“
„Du hast sie links.“
„Ja. Und?“
Lara sah mich an, als hätte ich gerade etwas ziemlich Dummes gesagt.
„Weißt du nicht, was das bedeutet?“
„Nein.“
„Eine Schleife links bedeutet, dass du Single bist.“
Ich starrte sie an.
„Bitte was?“
Felix grinste. Jonas dagegen wurde plötzlich auffällig still.
„Und rechts?“, fragte ich.
„Vergeben.“
Ich sah wieder auf meine Schleife.
„Das ist doch verrückt. Woher soll ich das wissen? Ich bin aus Berlin!“
Lara lachte.
„Jetzt weißt du es ja.“
Ich wollte gerade die Schleife auf die andere Seite binden, als Jonas sagte:
„Lass sie ruhig links.“
Ich sah ihn an.
„Warum?“
Er zuckte mit den Schultern.
„Na ja … jetzt weiß ich wenigstens, dass du Single bist.“
Für einen Moment sagte niemand etwas.
Dann wurde Jonas selbst rot.
„Also … ich meine … falls du das wissen möchtest.“
Lara grinste mich an.
Ich spürte, wie mir ebenfalls das Gesicht warm wurde.
„Aha“, sagte ich.
Jonas lächelte.
„Nur damit es keine Missverständnisse gibt.“
„Welche Missverständnisse?“
„Keine Ahnung“, sagte er schnell. „Ich rede gerade ziemlich viel.“
Ich musste lachen.
„Das stimmt.“
Und irgendwie fand ich ihn plötzlich ziemlich nett.
Eine Weile später hatte ich allerdings ein ganz anderes Problem.
„Lara?“
„Ja?“
„Ich muss mal.“
„Dann geh.“
Wir fanden die Toiletten.
Und davor stand eine Schlange.
Eine endlose Schlange.
Ich sah nach vorne.
Dann nach hinten.
„Das dauert doch eine Stunde!“
Ein Mädchen vor mir drehte sich um und grinste.
„Willkommen auf der Wiesn.“
Ich seufzte.
„Ich hätte zu Hause gehen sollen.“
„Zu spät“, sagte das Mädchen.
Nach gefühlten hundert Jahren war ich endlich an der Reihe.
Ich stellte fest, dass mir niemand erklärt hatte, was man mit einem Dirndl eigentlich auf der Toilette machte.
Ich versuchte, den Rock irgendwie hochzuhalten.
„Nicht auf den Boden!“, rief das Mädchen aus der Nachbarkabine.
„Ich versuche es!“
Sie lachte.
„Warte, ich zeig dir einen Trick.“
Und tatsächlich: Mit einer Hand die Schürze, mit der anderen den Rock – plötzlich funktionierte es.
„Danke!“
„Kein Problem. Beim ersten Dirndl muss man alles lernen.“
Als ich wieder herauskam, wartete Lara schon auf mich.
„Na?“
„Ich habe heute mehr über Dirndl gelernt als in meinem ganzen Leben.“
„Und?“
Ich sah an mir herunter.
Das rote Kleid, die weiße Bluse, die Schürze.
Dann musste ich grinsen.
„Ich glaube, ich mag es.“
Lara hakte sich bei mir ein.
„Dann hast du ja Glück.“
„Warum?“
„Weil es dir gehört.“
Ich blieb kurz stehen.
Stimmt.
Das Dirndl war mein Geschenk.
Und plötzlich war es mir auch völlig egal, dass ich noch hundert Dinge über bayerische Tracht nicht wusste.
Ich würde es wieder anziehen.
Nur die Schleife würde ich vorher noch einmal kontrollieren.
Als wir zurück zu Jonas und Felix gingen, sah ich Jonas schon von Weitem.
Er lächelte.
Ich lächelte zurück.
Und diesmal wusste ich ganz genau, warum meine Schleife links war.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen