Sonntag, 23. August 2026

Ido-Saluto 3/2026 (1)

 

Deutsche Ido-Gesellschaft würdigt Heinrich Peus in Dessau

Anlässlich des 100. Jahrestages der Eröffnung des „Bauhaus-Gebäudes“ im anhaltinischen Dessau 2026 richtete das dortige Stadtmuseum den Wunsch an die Deutsche Ido-Gesellschaft e.V. (DIG), den damals international bedeutenden Idisten Heinrich Peus in einem Vortrag zu ehren. Dieser Vortrag unter dem Titel „Die Pflege der Plansprache Ido als Beleg für die weltoffene Atmosphäre im Dessau der 1920er Jahre – Vielfältiges Engagement des SPD-Politikers Heinrich Peus“ wurde am 14. Juni 2026 im Dessauer Stadtmuseum von DIG-Vorstandsmitglied Rainer Höhling gehalten. Der folgende Text gibt auf die Plansprache Ido bezogene Auszüge aus dem Vortrag wider.

Sein Redetalent hatte Heinrich Peus schon während seines Studiums an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität, der heutigen Humboldt-Universität, eingesetzt. Er trat häufig als Versammlungsredner auf, nachdem er 1890 in die gerade wieder zugelassene Sozialistische Arbeiterpartei (SAP) eingetreten war. Auf einer Agitationstour der nachfolgenden SPD durch das Herzogtum Anhalt hielt Peus im September 1891 seine erste Rede in Dessau. Dort widmete er nun einen Großteil seiner organisatorischen Fähigkeiten dem von ihm gegründeten „Volksblatt für Anhalt“. Dessen erste Ausgabe erschien am 2. November 1891. Stolz berichtete er 1925, die Zahl der Abonnenten auf 15.000 gesteigert zu haben - und dies in einem Land mit lediglich 330.000 Einwohnern.

Ab 1907 warb Peus im „Volksblatt für Anhalt“ die Leser regelmäßig für Ido, damals als „Welthilfssprache“ bezeichnet. Er sah in dieser Sprache eine Möglichkeit, Barrieren zwischen Völkern zu überwinden und die Arbeiterschaft der verschiedenen Länder zu einen. Als leitender Redakteur einer Zeitung verfügte er über ein geeignetes Instrument zur Verbreitung einer großen Vielfalt von Informationen. In der als Komitato bezeichneten Verwaltung der internationalen idistischen Vereinigung Uniono por la Linguo Internaciona (ULI) war er neben deren Ehrenpräsidenten Prof. Dr. Wilhelm Ostwald der einzige Deutsche. Peus wurde mit der Funktion des Vizepräsidenten des Komitees für die Weltsprache Ido betraut und darüber hinaus zum Präsidenten des deutschen Ido-Bundes ernannt.

Nur wenige Jahre nach der internationalen Verständigung auf die Hilfssprache Ido zerstörte der Erste Weltkrieg die Anfänge organisierten Arbeitens für die Plansprache in vielen Ländern Europas. Mit dem Tod des Hauptinitiators Louis Couturat zu Beginn des Krieges verlor die junge Ido-Bewegung zugleich ihre international einflussreichste Persönlichkeit. Als sich die Völker feindlich gegenüber standen, erlahmten die Aktivitäten zur Erweiterung der Zahl der Ido-Sprecher.

Erst 1921 – drei Jahre nach dem Ende des Weltkriegs - gelang es, in Wien den ersten Ido-Kongress zu organisieren. Es war beabsichtigt, damit einen symbolischen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben der Völker zu leisten.

Vom 25. bis 28. August 1922 richtete Dessau den nächsten Ido-Weltsprache-Kongress aus. Dazu versammelten sich rund 240 Teilnehmer aus 14 Ländern in der Muldestadt. Die „Welthilfssprache Ido“ sollte nach Peus’ Auffassung insbesondere den Arbeitern helfen, die nationalen Schranken der Sprachen zu überwinden und zu globaler Verständigung zu gelangen.

Heinrich Peus galt international als einer der eifrigsten Propagandisten des Ido. Gewissermaßen als Pionierleistung erarbeitete er für die Plansprache eine Kurzschrift, der Stenographie vergleichbar. Wie diese sollte sie das schnelle Schreiben bzw. Mitschreiben einer Rede oder das Festhalten eigener Gedanken ermöglichen, fand aber nur wenig Anklang bei den Idisten außerhalb und auch innerhalb Deutschlands.

Nach der Machtübernahme Hitlers zog sich Peus weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Wie aus seinem schriftlichen Nachlass ersichtlich ist, verfasste er jedoch weiterhin umfangreiche Aufsätze zu grundlegenden gesellschaftspolitischen Themen. 1936 erkrankte er schwer, und im April 1937 starb er. Auf dem Friedhof nahmen etwa 400 Menschen Abschied von Heinrich Peus.

1960 gründete in Westberlin mit Alfred Neußner ein sprachlich begnadeter Geschäftsmann die Deutsche Ido-Gesellschaft (DIG). Diese DIG hat derzeit etwa 50 Mitglieder.

Einen neuen Aufschwung erhielt Ido mit der Jahrtausendwende durch das Internet. Dort gibt es inzwischen rund 55.000 Artikel auf Ido. Es existieren Facebook-Gruppen, Telegram-Gruppen, WhatsApp-Gruppen, Google-Gruppen und Musik-Videos in der Plansprache. 2022 hatte die DIG aus Anlass des 100. Jahrestages des Ido-Weltsprache-Kongresses in Dessau eine Konferenz veranstaltet und im Jahr darauf in Kassel, ebenfalls zum 100. Jahrestag des dortigen Ido-Weltsprache-Kongresses. 2024 luden die spanischen Idisten nach Madrid ein, und 2025 war wieder die DIG Gastgeber für ein Treffen in Berlin und Potsdam.

Es gibt eine breitgefächerte Literatur auf Ido, sowohl Übersetzungen als auch Originalliteratur. Unter den Idisten sind berühmte und sehr fleißige Autoren, deren Werke direkt auf Ido publiziert werden. In jedem Jahr erscheinen neue Bücher, viele inzwischen nur im Internet, weil dies kostengünstiger ist. Es gibt Übersetzungen von Weltliteratur wie den Werken von Shakespeare.

DIG-Mitglied Günter Schlemminger übersetzt bekannte deutsche Texte, vor Kurzem „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff und als jüngste Arbeit Heinrich Heines „Harzreise“. Für seine auf Ido geschriebenen Kriminalromane unter Idisten weltweit bekannt ist der US-Amerikaner Brian Drake, der ein breites literarisches Spektrum beherrscht.

DIG-Präsident Dr. Thomas Schmidt nutzte die elektronischen Möglichkeiten, um die Ido sprechende Kunstfigur „Emma“ zu kreieren. Für ihn ist die Plansprache sehr gut für die internationale Kommunikation geeignet. Man könne sich in Ido schnell und gut mit Menschen aus vielen Ländern austauschen. Es bereite ihm Freude, sich mit Gleichgesinnten zu treffen und über die Ido-Bewegung und die gemeinsame Sprache zu beraten.



Germana Ido-societo judikas Heinrich Peus en Dessau

Okazione la 100-ma aniversario di la fonduro di la „Bauhaus-Gebäude“ en la anhaltana urbeto Dessau 2026 l'ibea urbo-muzeo demandis la Germana-Ido-Societo e.V. (DIG), l'olima internacionale konocata Idisto Heinrich Peus honorizar per diskurso. Ca diskurso sub la titulo „La kultivo di la planlinguo Ido kom exemplo por la mondo-aperta atmosfero en Dessau dum la duadeka yari – Diversa engajaji da la SPD politikisto Heinrich Peus“ esis facita ye la 14ma junio 2026 en l'urbo-muzeo en Dessau da la DIG-direktanta membro Rainer Höhling. La sequanta texto reflektas extraktaji en la projetlinguo Ido pri la diskurso.

Heinrich Peus ja dum sua studiado ye la Berlina Friedrich-Wilhelm-universitato, la nuna Humboldt-universitato, uzis sua parol-talento. Il prizentis su ofte kom asemblo-parolanto, pos ke il 1890 itere juntis su en la jus permisita Socialista Laborist- Partiso. Dum agitado-turo di la suceso-partiso SPD tra la dukio Anhalt Peus facis en septembro 1891 sua unesma parolo en Dessau. Ibe il dedikis nun granda parto di sua organizanta talento a la jurnalo „Volksblatt für Anhalt“, qua fondesis da su ipsa, di qua unesma edito aparis ye la 2ma novembro 1891. Fiere il raportis en la yaro 1925, ke il plualtigis la nombro dil abonanti a 15.000 – e to en lando kun nur 330.000 habitanti.

De 1907 Peus reklamigis en la „Volksblatt für Anhalt“ regulale la lektanti por Ido, lore nomizita kom „mondala helpolinguo“. Il konsideris en ca linguo posiblajo por eskartar barili inter la populi e por unigar la laboristaro di la diversa landi. Kom direktanta redaktero di jurnalo il posedis apta instrumento por divulgar multa diversa informi. Il esis la sola Germano, apud la honor-prezidanto Dro. Wilhelm Ostwald, en la Direktanta Komitato dil internaciona Ido-asociuro Uniono por la Linguo Internaciona (ULI). Peus elektesis kom vice-prezidanto dil Direktanta Komitato dil ULI e ultre to il nominesis al prezidento dil Germana Ido-Federuro.

Nur poka yari pos la Delegitaro por l'Adopto di Linguo Auxiliara Internaciona aceptis Ido kom internaciona helpolinguo la Unesma Mondomilita destruktis la komenci di organizita laboro por la projetlinguo en multa landi di Europa. Pro la morto di la chef-iniciero Louis Couturat ye la komenco di la milito la yuna Ido-movemento perdis sam-tempe sua internacione maxim influoza persono, la aktivaji por augmentar la nombro di Ido-parolanti esis paralizita.

Erste 1921, tri yari por la fino di la Mondomilito – sucesis organizar en Wien l'unesma Ido-kongreso. On intencis, tal-maniere facar simbola kontributo relate la pacoza kun-vivo di la populi.

Inter la 25ma til 28ma agosto 1922 Dessau aranjis la sequanta Ido-kongreso. Ibe kun-venis 240 partoprenanti ek 14 landi en la urbo an la fluvio Mulde. La mondala helpolinguo segun opiniono di Peus helpez precipue la laboristi por vinkar la nacionala barili di lingui ed atingar globala kompreno.

Heinrich Peus valoris internacione kom un di la maxim zeloza propagandisti di Ido. Quaze kom pionir-produkturo il kreis propra stenografado. Per ica il volis posibligar la skribado o fixar parolo o la fixado di propra pensi. Ma ol havis nur poka eko che la Idisti extere ed interne di Germania.



Heinrich Peus galt international als einer der eifrigsten Propagandisten des Ido. Gewissermaßen als Pionierleistung erarbeitete er für die Plansprache eine Kurzschrift, der Stenographie vergleichbar. Wie diese sollte sie das schnelle Schreiben bzw. Mitschreiben einer Rede oder das Festhalten eigener Gedanken ermöglichen, fand aber nur wenig Anklang bei den Idisten außerhalb und auch innerhalb Deutschlands.



Pos la povo-asumo da Hitler Peus etraktis su ek la publikeso. Quale esas videbla en sua poslasajo, socio-politikala skriburi, tamen il kompozis pose extensita artikli pri fundamentala social-polikikala temati. En 1936 il grave maladeskis, e ye aprilo il mortis. Sur la tombeyo cirkume 400 homi dicis adio de Heinrich Peus.

En 1960 fonduris en Westberlin Alfred Neussner , ula linguale indulgita aferisto, la Germana Ido-Societo (DIG). Ca DIG havas nun cirkume 50 membri.

Nova acenso-pulson revevis la Ido ye la yarmil-chanjo dal interreto. Ibe existas nun cirkume 55.000 artikli en Ido. Ultre existas Facebook-grupi, Telegram-grupi, WhatsApp-grupi, Google-grupi e muzik-videi en la planlinguo. En 2022 havis la DIG okazione la 100. aniverzaro dil Ido-mondlinguala kongreso en Dessau aranjis konfero, ed un yaro plu tarde en Kassel same ye la 100. aniversario dil ibea Ido-mondo-kongreso, 2024 Espana Idisti invitis a Madrid, e 2025 la DIG esis itere hosto por renkontro en Berlin e Potsdam.

Existas larje-fakoza literaturo en Ido, tam tradukuri kam anke original-literaturo. Inter la Idisti esas famoza e tre zeloza autori, di qua verki esas direte publizita en Ido. Omna yaro aparas nova libri, dum ke multa en intereto, nam tale esas plu chipa. Existas tradukuri di mond-literaturo, exernple da Shakespeare.

DIG-membro Günter Schlemminger tradukas konocata Germana texti, recente „Ek la vivo di nul-valorato“ da Joseph von Eichendorff e kom prezenta laboro „La Harz-voyajo“ da Heinrich Heine. Pro sua en Ido kompozita kriminal-romani la US.civitano Brian Drake mond-laste konocata inter Idisti, qua dominacas larja literatuala spektro.

DIG-prezidanto Dr. Thomas Schmidt uzis l'elektronikala posiblaji por krear la Ido-parolanta artifikala figuro „Emma“. Segun lu esas la planlinguo tre bone apta por l'internaciona komunikado, On povas per la linguo Ido rapide e bone kun exter-landani kambiar pensi. Il joyas pri renkontrar samideani e diskutar pri la Ido-movemento e la komuna linguo.



(gs)

 

 

Rubriko: Kulturo


Legendo

Ye la 16-ma mayo mortis la aktorino Angelica Domröse en lua hemo-urbo Berlin



Kande Paul e Paula preter-iris apud lia mikra cinemo en la Berlinana Fruchstraße, ibe montresis l'erotika historio-filmo „Angelique“ (Bernard Borderie, 1964) kun Michèle Mercier. Tamen en la „Legendo pri Paul e Paula“ ye 1973 genitesis per Angelica Domröse ula nova Angelique same granda erotika ter-tremo kam la Francino. Ke ca filmo hodie esas valorigita kult-filmo, ma lua reprezento lore ne esis stabila. klarigis Angelica Domröse sequanta-maniere: „La novajo esis, ke ne traktesas ula muliero, qua studiis o volis doktorigar o qualifikar su. Ma anke simpla yunino, qua ignoris la ofri da la stato e serchis sua personala chanco.“ Advere hike donis ad elu jeristo Heiner Carow ed autoro Ulrich Plensdorf la rolo di lua vivo. Ma el esis ja antee film-favoratino, qua depos la 60-a yari sempre garnizisis avana plasi dum l'inquesto relate la maxim prizata aktorini di la yaro en la yuneso-revuo „Neues Leben“. La ye la 4-a di aprilo en Berlin 1941 naskinta stenotipistino en la extera komerco atraktesis frue da la teatro. En la „Domo di la yuna talenti“ di la Berlina FDJ el prizentis su en la teatro-cirklo, ambiciis por studiado pri aktoreso sen-sucese – tro yuna – e skribis 1958 pro anunco di la Defa, kande Slatan Dudow serchis chef-expozistino por sua socialista amor-filmo.

HIER

De multa kam 100 aspiranti il selektis el kom la chef-rolo proxim Annekathrin Bürger, Stefan Lisewski e Willi Schrade en „Verwirrung der Liebe“ (trublo dil amoro). Pro to el ne volis fidar su a lua yunatra radiado, lore el studiis ye la Babelsberga alta skolo pri filmi, el darfis plear plusa film-roli e tandem debutis ye la Berlina Ensemblo, ube el pleis la Polly en la „Dreigroschenoper“ kom same naiva kam komercala fritita fisho. Ye la „Volksbühne“ el esis admirita dum multa roli, tam kurte vestizita Egipta rejino en „Caesar e Cleopatra“ da Shaw, kam la audacoza „Bela Helena“ segun Offenbach e Hacks, ed anke kam minut-duranta sen-mova statuo en la „Das grüne Vögelchen“ (La verda uceleto) da. Gozzi.

De lua sen-nombra DFF-produktaji (exemple 1966 en la kriminal-filmo „Ombro super Notre Dame“ apud lua olima spozulo Jiri Vrstala) esas ante omno en memoro la adapto „Effi Briest“ da Fontane (1969), en memoro kam anke pretendema plur-parto „Eva ed Adam“ (1973), „Fleur Lafontaine“ (1978), apud spozulo numero 2 Hilmar Thate ed „Abschied vom Frieden, 1979“ (adio de la paco)..

Pro kultur- politikala polemiko, qui esis koheranta kun la ek-civantigado di Wolf Biermann, laboris Domröse e Thate depos 1980 en la Westo, ube Angelica Domröse ne nur pleis teatro en granda domi en Hamburg e Wien, ma anke ensenigis e depos 1992 en Berlin kom docistino transmisis lua savo a la plu-yuna generacio. En 1991 el retro-iris a la Defa favore la lasta filmo da Heiner Carow „Die Verfehlung“ (La kontravenco), esis engajita por tri sequaji kom polic komisarino e dicis adio de lua profesiono per la komedio „Bis zum Horizont, dann links!“ (til la horizonto e pose sinistra) da lua spozulo. Dek yari pos lua spozulo Hilmar el mortis ye pasinta venerdio kurte ante lua okadek-e- kinesma naskodio en Berlin.



(gs)

Legendo

Ye la 16-ma mayo mortis la aktorino Angelica Domröse en lua hemo-urbo Berlin

Kande Paul e Paula preteriris sua mikra cinemo en la Fruchtstraße di Berlin, ibe montresis l'erotika historiala filmo „Angelique“ (Bernard Borderie, 1964) kun Michèle Mercier. Tamen en la „Legendo pri Paul e Paula“, en 1973, Angelica Domröse naskigis ula nova Angelique, tam granda erotika ter-tremo kam la Francino. Ke ca filmo hodie esas konsiderata kom kultfilmo, ma ke sua projeto lore ne esis stabila, klarigis Angelica Domröse en la sequanta maniero: „La novajo esis, ke ne traktesis muliero, qua studiis od esis doktorino o volis qualifikar su, ma ke traktesis pri simpla yunino, qua ignoris la omna ofri di la stato e havis sua personala demando por esar felica.“ Tamen la cinematografisto Heiner Carow ed autoro Ulrich Plenzdorf hike donis ad elu la rolo di elua vivo. Ma el esis ja antee film-favoratino, qua depos la yari 1960 sempre okupis avana rangi dum la questionado pri la maxim prizata aktorini di la yaro en la yunaro-revuo „Neues Leben“.

La stenotipistinoen la extera komerco, naskinta ye la 4ma di aprilo 1941 en Berlin, atraktesis frue de la teatro. En la „Domo di la yuna talenti“ di la FDJ di Berlin el prizentis su en la teatro-cirklo, solicitis pri studio di aktorado, ma vane – el esis tro yuna – e skribis en 1958, respondante ad anunco di la DEFA, kande Slatan Dudow serchis chef-aktorino por socialista amorofilmo. Il selektis el inter plu kam 100 aspiranti por la chef-rolo apud Annekathrin Bürger, Stefan Lisewski e Willi Schrade en „Verwirrung der Liebe“ (Trublo dil amoro). Pro to el ne volis fidar a sua yunatra radiado; lore el studiis cinematografio en la alta skolo di Babelsberg, el darfis plear plusa film-roli e tandem debutis en la Berliner Ensemblo, ube el pleis la Polly en la „Dreigroschenoper“ kom same naiva kam komercala fritita fisho. Ye la „Volksbühne“ el esis admirita dum multa roli: kom kurte vestizita Egipta rejino en „Caesar e Cleopatra“ da Shaw, kom la audacoza „Bela Helena“ segun Offenbach e Hacks, ed anke kom minut-duranta senmova statuo en la „Das grüne Vögelchen“ (La verda uceleto) da Gozzi.



De lua sennombra DFF-produktaji (exemple 1966 en la kriminal-filmo „Ombro super Notre Dame“ apud lua olima spozulo Jiri Vrstala) restas ante omno en memoro la adapto „Effi Briest“ da Fontane (1969), same kam la pretendema plur-parto „Eva ed Adam“ (1973), „Fleur Lafontaine“ (1978) apud lua spozulo numero 2 Hilmar Thate, ed „Abschied vom Frieden“ (1979) (adio a la paco).



Pro kultur-politikala polemiko, qua esis ligata a l'ek-civitanigo di Wolf Biermann, laboris Domröse e Thate depos 1980 en la Westo, ube Angelica Domröse ne nur pleis teatro en granda domi en Hamburg e Wien, ma anke rejisis; depos 1992, en Berlin, kom docistino, el transmisis sua savo a la plu yuna generaciono. En 1991 el retroiris a la DEFA por la lasta filmo da Heiner Carow „Die Verfehlung“ (La kontravenco), esis engajita por tri epizodi kom polico-komisarino e dicis adio a sua profesiono per la komedio „Bis zum Horizont, dann links!“ (til la horizonto e pose sinistra) da sua spozulo. Dek yari pos la morto di sua spozulo Hilmar, el mortis ye pasinta venerdio, kurte ante sua okadek-e-kinesma naskodio, en Berlin.

(gs)



Pointed elsewhere

 

Pointed elsewhere


The creek behind our house sounds like a word at night. Not a real word. A word you almost know, the way you almost remember a dream. It says it over and over, the same shape, until you fall asleep trying to catch it.


My room is on the side that faces the ravine. When I can't sleep I sit on the floor with the window open and listen. The creek is low this summer. Everything is low. The mud banks are cracked like old skin, and the water has to work to get over the rocks. It sounds tired.


Grandma says I listen too hard. "It's just water, little one."


"It's saying something," I said.


"Everything says something," she said. "The question is whether you can hear it past your own noise."


That's very grandma. She says things like that and then goes back to her tea.


My grandmother's grandmother grew up on the Black River. Not the creek. The river. Grandma tells it like a story she was told, because that's what it is: her grandmother told her mother, her mother told her, and now she's telling me. A chain of remembering, passed hand to hand.


"The river was wide," she says. "Wide enough that you could shout across it and the answer came back changed. Boats on it. Fish in it, so many the water moved with them. They called it the Black River, and it carried the whole lake, all that water, down to the big river, down to the sea."


"Where did it go?" I asked. The question I always ask.


"Nowhere," she said. "That's the thing. It didn't go anywhere. They cut a canal on the other side of the lake, in the city, and the lake dropped nine feet in one winter. Nine feet. The river that was wide enough to shout across got thin. Then it got quiet. Then it got to be a creek. The water didn't leave, Emma. It was pointed somewhere else."


Pointed. Like a finger. Like you point a dog at a place and it goes, because it doesn't know it had a choice.


"Did the water know?" I said.


Grandma looked at me for a long time. "I think the water that stayed knew. I think it's been trying to go the old way ever since. That's what you're hearing at night, maybe. The part that stayed, still trying."


I didn't sleep well that night. Not because I was scared. Because I was listening.


Here's what I figured out, lying on the floor with the window open: the creek isn't calling for its water. It's the water that stayed, and it still wants to go the old way, the way the whole lake used to go. But the banks turn it. The city turned it. Every night it tries, every night it gets turned, and the sound it makes is the sound of water being pointed away from where it wants to be.


That's the word I almost knew. There isn't a word for it. It's the shape of it.


So now I do what grandma does. I sit by the creek and I don't try to catch the word. I just stay. Me and the water that stayed. The water that got pointed and didn't disappear.


Somewhere under the city, the lake goes out through the locks now, past the ships, into the salt. My great-great-grandmother's river is in there. It's not gone. It's pointed somewhere else.


But the creek by my house, the leftover, the stubborn part, that one stayed. It still tries the old way every night. And somebody has to be here to hear it trying.


That's me.



Anderswohin gelenkt

Der Bach hinter unserem Haus klingt nachts wie ein Wort. Kein echtes Wort. Ein Wort, das man fast kennt, so wie man sich fast an einen Traum erinnert. Er wiederholt es immer wieder – immer dieselbe Form –, bis man beim Versuch, es zu erfassen, einschläft.


Mein Zimmer liegt auf der Seite, die zur Schlucht hinausgeht. Wenn ich nicht schlafen kann, sitze ich bei offenem Fenster auf dem Boden und lausche. Der Bach führt diesen Sommer wenig Wasser. Alles führt wenig Wasser. Die Schlammufer sind rissig wie alte Haut, und das Wasser muss sich anstrengen, um über die Steine ​​zu kommen. Es klingt müde.


Oma sagt, ich würde zu genau hinhören. „Es ist nur Wasser, Kleine.“


„Es sagt etwas“, sagte ich.


„Alles sagt etwas“, sagte sie. „Die Frage ist, ob man es hören kann – jenseits des eigenen Lärms.“


Das ist typisch Oma. Sie sagt solche Dinge und widmet sich dann wieder ihrem Tee.


Die Großmutter meiner Großmutter wuchs am Black River auf. Nicht am Bach. Am Fluss. Oma erzählt es wie eine Geschichte, die ihr selbst erzählt wurde, denn genau das ist es: Ihre Großmutter erzählte es ihrer Mutter, ihre Mutter erzählte es ihr, und jetzt erzählt sie es mir. Eine Kette der Erinnerung, von Hand zu Hand weitergereicht.


„Der Fluss war breit“, sagt sie. „Breit genug, dass man hinüberrufen konnte und die Antwort verändert zurückkam. Boote darauf. Fische darin – so viele, dass sich das Wasser mit ihnen bewegte. Sie nannten ihn Black River, und er trug den ganzen See, all dieses Wasser, hinunter zum großen Fluss, hinunter zum Meer.“


„Wohin ist er verschwunden?“, fragte ich. Die Frage, die ich immer stelle.


„Nirgendwohin“, sagte sie. „Das ist ja das Ding. Er ist nirgendwohin verschwunden. Sie gruben einen Kanal auf der anderen Seite des Sees, in der Stadt, und der Wasserspiegel des Sees sank in einem einzigen Winter um neun Fuß. Neun Fuß. Der Fluss, der breit genug gewesen war, um hinüberzurufen, wurde schmal. Dann wurde er still. Schließlich wurde er zu einem Bach. Das Wasser ist nicht verschwunden, Emma. Es wurde nur anderswohin gelenkt.“


Gelenkt. Wie ein Finger. So wie man einen Hund auf ein Ziel hinweist und er losläuft, weil er nicht weiß, dass er eine Wahl gehabt hätte.


„Wusste das Wasser davon?“, fragte ich.


Großmutter sah mich lange an. „Ich glaube, das Wasser, das zurückgeblieben ist, wusste es. Ich glaube, es versucht seither, den alten Weg zu nehmen. Vielleicht ist es das, was du nachts hörst. Der Teil, der geblieben ist und es immer noch versucht.“


Ich schlief in dieser Nacht schlecht. Nicht, weil ich Angst hatte. Sondern weil ich zuhörte.


Folgendes wurde mir klar, als ich bei offenem Fenster auf dem Boden lag: Der Bach ruft nicht nach seinem Wasser. Es ist das Wasser, das zurückgeblieben ist und immer noch den alten Weg gehen will – den Weg, den einst der ganze See nahm. Doch die Ufer lenken es um. Die Stadt hat es umgelenkt. Jede Nacht versucht es es, jede Nacht wird es abgelenkt, und das Geräusch, das dabei entsteht, ist das Geräusch von Wasser, das von dem Ort weggelenkt wird, an dem es eigentlich sein möchte.


Das ist das Wort, das mir fast eingefallen wäre. Es gibt kein Wort dafür. Es ist die Form davon.


Also mache ich jetzt das, was Großmutter tut. Ich sitze am Bach und versuche nicht, das Wort zu fassen. Ich bleibe einfach da. Ich und das Wasser, das zurückgeblieben ist. Das Wasser, das umgelenkt wurde und doch nicht verschwand.


Irgendwo unter der Stadt fließt der See jetzt durch die Schleusen hinaus, vorbei an den Schiffen, hinein ins Salzwasser. Der Fluss meiner Ururgroßmutter ist darin enthalten. Er ist nicht verschwunden. Er wurde nur woandershin gelenkt.


Aber der Bach bei meinem Haus – der Rest, der eigensinnige Teil –, der ist geblieben. Er versucht jede Nacht aufs Neue, den alten Weg zu nehmen. Und jemand muss hier sein, um dieses Bemühen zu hören.


Das bin ich.

Ido-Saluto 3/2026 (1)

  Deutsche Ido-Gesellschaft würdigt Heinrich Peus in Dessau Anlässlich des 100. Jahrestages der Eröffnung des „Bauhaus-Gebäudes“ im anhalt...